Wir haben uns aber bewusst für diese für Adventure untypische Art von Humor entschieden,
da es unserem Humor entspricht und wir auch mal ein etwas anderes Spiel machen wollten.
Das ist bemerkenswert, denn Erstlingswerke strotzen häufig vor eben dieser Art von Humor.
Dort wo junge Autoren Hand anlegen, werden auffallend oft, klischeehafte Themen wie Wahnsinn,
Chaos, restringierter Sprachcode, sexuelle Desorientierung, Drogenkonsum und Zerstörungslust aneinandergereiht.
Erwähnte ich Kiffen? Scheint ein Brüller zu sein, wird immer gern genommen.
Nicht die eigentliche Wahl der Themen, sondern die Annahme des Autors,
er wäre als erster auf diese Art Humor gekommen, finde ich immer putzig.
Aber, zurück zu Eurem Spiel.
Die Hintergrundstory ist neu. Wenn ein Plot keine Adaption ist, reizt es mich immer schon, ein Spiel anzugehen.
Der farbenfrohe Vorspann ist gut umgesetzt, dass es danach schwarzweiss weitergeht, ist stimmig.
Schließlich befinden wir uns nun jenseits der Apokalypse.
Die Figuren sind mir persönlich zu laut und zu schrill, darüberhinaus aber allesamt gut umgesetzt,
allen voran die verschiedenen Morphe, die sogar eigene Motorik und Schrittgeräusche bekommen haben(!)
Die Dialoge sind dagegen aber, wie Marvel bereits kritisierte, aufgrund des flapsigen Humors oft zu hölzern.
Davon ist leider auch der Protagonist selbst nicht ausgenommen. Ihr dürft ihn ja gern verdrossen darstellen
und er muss auch kein Sympathieträger sein, aber dem depressiven Clown aus Whispered Wor(l)d oder
Ednas vorlautem Stoffhasen gelingt dies beispielsweise schlüssiger.
Ihr habt Euch die Mühe gemacht und sehr viele zufallsgesteuerte Standardkommentare erstellt,
damit der Ausserirdische dem glücklosen Spieler nicht immer nur "Das geht so nicht!" entgegenraunzt.
Das ist achtbar, aber ich vermisse darüber, dass mir das Alien sagt, was verdammt nochmal nicht geht
oder warum es sich weigert, sich gerade in dieses Wesen zu verwandeln, wo es doch ansonsten jede
x-beliebige andere Form annimmt. Ich möchte doch aus meinen Fehlschlägen lernen.
Das größte Lob bekommt ihr für das Morphen. Alternative Manipulationsmöglichkeiten, neben dem ansonsten
strapazierten Verbeninterface, finde ich eine ganz tolle Möglichkeit.
Die Morphformen habt ihr super umgesetzt, die Suche nach ihnen ist hingegen wenig intuitiv
und sehr beliebig geblieben.
Insgesamt wird der Spieler wenig geführt, aber das habt ihr nun oft genug gehört.
Die Hintergründe sind streckenweise zu blass und heben sich zu wenig gegen die Spielfiguren ab.
Ich wollte noch mehr sehen und habe daher Eure Facebook-Seite besucht, wo ich auf die stolzen Nilpferddamen gestoßen bin und hierin wohl ein Fetisch gefunden habe.
Eure Skizzen sind sehr vielversprechend, aber baut die Interaktionsmöglichkeiten für die Vollversion bitte weiter aus.